Fotografische Orientierung – Moeglichkeiten und Chancen

Posted on November 11, 2010 at 13:09
Einzelnes Schaf

Quo Vadis?

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Es liegen spannende und lernintensive dreieinhalb Jahre Fotografie-Geschichte hinter mir. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt, habe mich vom Status Quo (erste Erfahrungen mit einer Canon EOS 350D mit Kit-Objektiv) bis zum eigenen Heimstudio mit Canon EOS 7D und Studioblitzanlage entwickelt. Dabei habe ich die unterschiedlichsten Genres der Fotografie kennengelernt.

Anfangs habe ich, wie wohl meistens üblich, Blümchen im Botanischen Garten und Tiere im Tierpark fotografiert.
Es folgt ein Weitwinkel-Objektiv und das Interesse für außergewöhnliche Perspektiven und Landschaften.
Später werden mit dem Kauf der Canon EOS 40D im Macro-Kit ganz neue Welten entdeckt. Es folgt die erste Studio-Fotografie im Lichtwürfel mit dem Ziel Stock-Fotografie. Vermarktung der eigenen Fotos, des eigenen Hobbies. Das klang vielversprechend. Seit der Anmeldung vor 3 Jahren lässt der große Durchbruch aber auf sich warten.

Der nächste große Meilenstein war der Beginn der Porträt-Fotografie. Nach 2 Jahren Lehrzeit war ich soweit, dass ich mir das Fotografieren von Menschen zugetraut habe. Die Bedienung der Kamera und die Prinzipien der Fotografie waren verinnerlicht, das war für mich die Grundvoraussetzung. Seitdem sind einige spanndene, teils sehr kreative Aufnahmen entstanden und es hat riesig Spass gemacht, sowohl das Fotografieren im Studio, als auch draussen in der Natur.

Nach meinem Umzug Ende Juli hab ich mir einen Traum erfüllt und ein eigenes Heimstudio zum Fotografieren eingerichtet. So hab ich nun genug Platz für das Hintergrundsystem, für die Studioblitzanlage und für weitere Fotografie- und Licht-Accessoires. Der große Vorteil am eigenen Studio ist, dass es jederzeit einsatzbereit ist (wenn nicht gerade wieder Wäsche darin aufgehängt ist ;o)), was eine kommerzielle Nutzung auch kurzfristig ermöglicht.

Diese große Abwechslung und Kurzweile der Fotografie haben mich immer begeistert, gefordert und motiviert. Die Genres Flora + Fauna, Produkt-Fotografie, Porträt-Fotografie, Macro-Fotografie, Studio-Fotografie, Street-Fotografie und das Fotografieren von fremden Städten haben in Ihrer Vielfalt dazu beigetragen, dass mir nie langweilig wurde. Gleichzeitig sorgt eine solch breitgefächertes Portfolio aber auch dazu, dass eine Spezialisierung eher ausbleibt und man alles nur mittelmäßig macht.

Aus diesem Grund stellt sich mir momentan die Frage, in welche Richtung es weitergehen soll. Im Laufe der Zeit haben sich drei mögliche Wege oder Gebiete herauskristallisiert.

  1. Stockfotografie
  2. Kreative Fotografie
  3. Auftragsfotografie

Die Möglichkeiten und Chancen, aber auch die Schwierigkeiten dieser drei Bereiche versuche ich gegenüberzustellen.

1. Stockfotografie

In den letzten drei Jahren bin ich nicht viel schlauer geworden, was Stockfotografie angeht. Das Portfolio ist mit etwa 100 Bildern sehr überschaubar und eigentlich viel zu klein. Immer wieder fasse ich den Vorsatz „mehr dafür zu tun“. Dahinter steckt ein riesiger Zeitaufwand: Sichten der Bilder, Auswahl, Verschlagwortung, Upload, Kategorisierung und bis zu einer Woche Wartezeit in der Upload-Queue. Dann folgt oft die Ernüchterung durch teilweise willkürlich anmutende Selektionsprozesse, bei nur 50% Acceptance-Rate muss man sich also auf viele Absagen gefasst machen. Das sorgt natürlich für eine gewisse Demotivation. Es scheint ebenfalls ein langer Lernprozess zu sein, passende Fotos für einen unbekannten Kunden zu produzieren, nach Möglichkeit natürlich voll Massentauglich. Da gehört schon einiges dazu. Aus diesem Grund wächst mein Portfolio auch kaum oder nur schleppend.

Kürzlich habe ich die ersten HD-Clips produziert und habe nun den Bewerbungsprozess bei iStockphoto gestartet. Sieht erstmal gar nicht schlecht aus, 2 von 3 Bewerbungsclips wurden akzeptiert. Weitermachen. Vielleicht hab ich ja beim Footage-Erstellen mehr Gespür für den Unbekannten, den Endkunden.

2. Kreative Fotografie

In diesem Bereich sehe ich die Fotografie als eigenmotivierte, kreative, künstlerische und experiementelle Tätigkeit. Praktisch eine Spielwiese, auf der man einfach mal neue Techniken ausprobiert und seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Das bringt zwar kein Geld, macht aber Spass und bringt neue Erfahrungen auf teilweise unbekanntem Terrain. Dazu zähle ich auch Foto-Shootings, die „einfach so“, ohne konkreten Bezug (Bewerbung, Passfoto etc.) gemacht werden. Idealerweise steht dahinter aber ein Konzept, oder zumindest eine Idee, damit eine in sich stimmige Foto-Serie entsteht.

Zuletzt habe ich viel Freude daran gewonnen, mit enfesselten Blitzen und Farbfolien zu experiementieren. Das Festival of Lights in Berlin hat mich weiter motiviert, dieser Art kreativ zu Fotografieren mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

3. Auftragsfotografie

Fotografien aus diesem Genre enstehen auf Wunsch eines Kunden. Das können Passfotos oder Bewerbungsfotos sein, oder auch klassische Porträtfotos und Produktfotografie.
Die Königsdiziplin hierbei ist für mich das Fotografieren von Hochzeiten. Es hat schon einige Zeit gedauert, bis ich soweit war, dass ich mir diese Disziplin zugetraut habe. Schlussendlich war es aber ein guter und wichtiger Schritt, Vertrauen in die eigene Arbeit zu gewinnen.

Schwierig an diesem Thema ist aber mitunter, dass man auf Knopfdruck funktionieren muss. Da gehört schon eine gewisse Professionalität und Erfahrung dazu, damit das ordentlich klappt.
Ich habe das Gefühl, dass sich gerade die Kreativität aber nicht auf Knopfdruck aktivieren lässt. „Sei kreativ!“ bewirkt also eher das Gegenteil.

Quo vadis?

Fortsetzung folgt im zweiten Teil dieses Artikels.

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