Still Alive & Kickin’ – Bewerbungsfotos in Muenchen

Posted on August 27, 2010 at 12:05

Still ist es geworden auf the-impassioned-eye.de.

Nicht, weil es nichts mehr zu sagen gäbe, sondern vielmehr, weil durch meinen Umzug im Juli und ein spannendes Projekt in der Arbeit einfach kaum mehr freie Zeit zum Fotografieren und Schreiben war.

Hier kommt also ein kurzes Lebenszeichen und ein Making-Of der letzten Bewerbungsfotos.

Bewerbungsfotos in München

Bewerbungsfotos sind ja ganz schnell gemacht.

  • Licht-Setup wie immer.
  • Drei mal aufs Knöpfchen drücken.
  • Drucken.
  • Dann abkassieren.

Das kommt Dir bekannt vor?
Ja genau, das ist das Standard-Prozedere im klassischen Fotoladen.
Ich habe mich schon immer gefragt, ob das das richtige ist, um bei einem Bewerbungsfoto für einen sehr positiven ersten Eindruck zu sorgen.

  • Wieviel Charakter vermitteln diese Schnellschüsse?
  • Werden Persönlichkeitsmerkmale herausgestellt und positive Seiten unterstrichen?
  • Hebt man sich damit vom Rest der Bewerber ab?
  • Was würde ich denn anders machen?

Diese Fragen kreisten mir ständig durch den Kopf, wenn ich ans Thema Bewerbungsfotos gedacht habe.

Was würde ich denn anders machen?

Das war die wichtigste Frage. Kürzlich hatte ich wieder die Gelegenheit dazu, genau das auszuprobieren. Was würde ich anders machen bei Bewerbungsfotos?

  • Zeit nehmen
  • Licht optimal einsetzen
  • Charakterzüge erkennen lassen
  • Positive Seite bestärken

Das sind so die Stichpunkte, an denen ich mich und mein Ergebnis beim Bewerbungsfoto Shooting im Studio in München messen möchte.

Anhand einer kleinen Foto-Serie möchte ich hier die Entwicklung während dem Bewerbungsfoto Shooting dokumentieren. Interessanterweise ist tatsächlich direkt nach dem Einstellen des Lichts ein sehr brauchbares Foto entstanden. Das stelle ich direkt in die Kategorie „Foto-Laden“. So in etwa stelle ich mir auch das Ergebnis beim Bewerbungsfoto machen im Fotogeschäft vor:

Bewerbungsfoto - Step 1

Bewerbungsfoto - Step 1: Wie im Fotoladen


Bei diesem Foto war mir das Licht zu langweilig, zu flau, die Blitzanlage wurde nicht optimal ausgenutzt.

Kurz zum initialen Lichtsetup:

1) Bowens 500Ws (P~ 1/32) über Reflektorschirm von links, Abstand ca. 2m, Winkel horizontal und vertikal 45° von oben als Fülllicht.

2) Bowens 500Ws (P~1/16) über Softbox von rechts, Abstand ca. 1,5m, Winkel ca. 90° von der Seite als Hauptlicht.

Für das nächste Foto wurde also Blitz 2) etwa auf P~1/12 erhöht, und die Position leicht nach vorne verschoben, so dass Wange und Hals interessanter modelliert werden.

Bewerbungsfoto - Step 2

Bewerbungsfoto - Step 2: Änderung des Lichtsetups für eine interessantere Ausleuchtung der Wange und des Halses.


Für den nächsten Schuss wurde die Kopfhaltung und die Kameraposition leicht verändert. Die Wirkung ist ein schlankeres und reifer wirkendes Gesicht. Dieser Effekt wurde in dem Fall durch die Nachbearbeitung noch verstärkt.

Bewerbungsfoto - Step 3

Bewerbungsfoto - Step 3: Leichte Änderung der Kopfhaltung und Kameraposition für eine verbesserte Bildwirkung.


Als nächstes Stand ein Outfit-Wechsel an. Wir hatten das Gefühl, dass die weiße Bluse alleine etwas zu verspielt wirkt und wollten dem Bewerbungsfoto durch einen schwarzen Pullover mehr Seriösität verleihen.

Bewerbungsfoto - Step 4

Bewerbungsfoto - Step 4: Ein anderen Outfit für eine seriöse Bildwirkung.


Interessant am Outfit-Wechsel war vor allem der Fakt, dass der schwarze Pulli gleich so viel Licht schluckte, dass Blitz 2) (mit Softbox) auf 1/8 erhöht werden musste.

Der nächste Schritt sollte einer zu strengen Bildwirkung entgegenwirken. Also Bluse aus, nur noch der schwarze Pulli. Und damit es nicht zu statisch oder langweilig wirkt, haben wir uns (bzw. das Modell sich) in Bewegung versetzt.

Bewerbungsfoto - Step 5

Bewerbungsfoto - Step 5: Bewegung sorgt für spannende Dynamik. Top modern und alles andere als alt-hergebracht.

Bewerbungsfoto - Step5

Bewerbungsfoto - Step5: Bewegung sorgt für mehr Dynamik.


Für die Fotos in Bewegung wurde der Blitz abgeschaltet, dafür kamen 3 Tageslichtlampen (1x 60W, 2x 30W) von einer Seite zum Einsatz. Mit Serienbildaufnahmen und ISO 800 reichte das Licht gerade so aus bei Blende 2.8.

Zu guter Letzt sind noch einige Fotos im Bewerbungsfoto Shooting mit weißem Pullover entstanden. Diese sollten eher ernst und stark wirken. Problematisch ist bei einfachen weißen Stoffen vor weißem Hintergrund natürlich immer der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund. Das lässt sich aber auch in der Nachbearbeitung noch passabel lösen.

Bewerbungsfoto - Step 6

Bewerbungsfoto - Step 6: In dieser Serie sollten Strenge und Stärke dominieren.


Nach diesen doch recht langen und anstrengenden Aufnahmen sollte natürlich nicht die Zeit für zusätzliche Aufnahmen am Rande des Bewerbungsfoto Shootings entstehen. Auf diese Weise sind durchaus einige sehr interessante Fotos entstanden.

Am Rande der Bewerbungsfotos

Am Rande der Bewerbungsfotos: so viel Zeit muss sein 🙂


Das war’s – wieder mal ein echt spannender und lustiger Foto-Shooting-Abend mit Julia. Natürlich war hier sehr von Vorteil, dass ich Julia schon vom Tango-Shooting kannte und ich so schon besser einschätzen konnte, was die Fotos zeigen sollen, um ehrlich und positiv zu sein und um den Charakter zu unterstützen.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Die Fotos haben deutlich harmonischer gewirkt, wenn sie im 3:4 Format zugeschnitten wurden, statt im Standard 2:3 Format.

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