Sonntag.
Wieder einmal Sonntag. Irgendwie der ruhigste und auch einsamste Tag in der Woche. Ich verbringe meine Sonntage zunehmend alleine, auf der Suche nach Aktivitäten und Beschäftigung kommt mir der München-weite Museumssonntag mit vergünstigtem oder kostenlosem Eintritt in einige Münchner Museen gerade recht.
Letzte Woche hab ich mich für die Pinakothek der Moderne entschieden, und mir die Ausstellung “New York – Berlin. Photographien. Gerrit Engel” angeschaut. Architektur. Kalt. Emotionslos. Beim Durschlendern der Ausstellung wurde mir klar, dass ich damit momentan wenig anfangen kann. Mir fehlten die Aussagekraft, die ich im MMoA in New York bei Robert Franks Ausstellung “The Americans” erlebt habe, die mich so begeistert hat. Bloße Architekturaufnahmen von zugegebenermaßen interessanten Gebäuden haben mir einfach nicht so viel gegeben. Dennoch war es interessant, in Erinnerung an meine eigenen New York Erfahrungen, viele der Gebäude wiederzuerkennen und Strassenzüge ins Gedächtnis zu rufen.
New York. Ein Stichwort. Lonely Sundays. Das bewusst-werden, dass sich bisher eigentlich noch niemand wirklich für meine Erfahrungen und Erlebnisse aus New York interessiert hat, hat mich heute auf meinem Streifzug durch die nebelige, kalte Stadt, etwas berührt. Aber klar, die Fotos sind ja online, damit scheint ja alles gesagt. Ist es aber nicht. Ich habe mehr gesehen, als meine Kamera. Ich habe mehr erlebt, mehr gefühlt, als die Bilder jetzt wiedergeben können.
Damit ich mich in einger Zeit nicht frage, wo all die Erinnerungen hin sind, werde ich sie niederschreiben – und für mich behalten, als Andenken an dieses wundervolle und inspirierende Erlebnis.
Lonely Sundays – Lonely Life.
Wie sieht so ein Sonntag also aus?
Heute war ich im Stadtmuseum, die Fotoausstellung “2 Ein Kind” von Eva Bertram anzuschauen. Gezeigt wurde sie im Forum, 1. Stock. Das ist eine Wand an einer Durchgangsstelle zwischen Treppenhaus und Beginn der eigentlichen Ausstellungsräume. Zunächst einmal ist man etwas enttäuscht, wenn man alle Bilder auf einmal überblicken kann. Die Reaktionen der anderen Besucher war ähnlich: “wie, ist das hier alles?”.
Nachdem ich mich aber gefühlt dreimal solang wie der Durchschnittsbesucher mit jedem Bild befasst habe, war ich am Ende mit der Dauer doch zufrieden. Zwei Bilder waren dabei, die ich interessant fand.
Eines, “müde auf brot” zeigt Bertrams Tochter, offensichtlich beim Schmieren ihres Pausenbrots, mit dem Kopf auf selbigem eingeschlafen; das andere “infantin (mit locken+brezel)” zeigt die Tochter im Alter von 6 Jahren in unglaublicher Reife und Ausdrucksstärke.
Anschließend wieder ein Besuch bei Meyerbeer, etwas aufwärmen und weiter in der Henri Cartier-Bresson Biografie lesen.
Danach weiter zum Rathaus, in der Rathausgalerie die nächste Fotoausstellung “Twist of Fate” anschauen. Ebenfalls Eintritt Frei.
Hier konnten mich vor allem die vielen Pferdebilder von Alexandra Vogt überzeugen, sehr emotional, sehr echt, genial!
In der Rathausgalerie ist es übrigens sehr schön:

Rathausgalerie, Ausstellung "Twist of Fate"

Stadtmuseum, Forum, Ausstellung "2 Ein Kind" von Eva Bertram



Schöner Bericht, nächsten Sonntag komm ich mit! Ich war am Sonntag in Piding unterwegs, das war noch viel lonelier… Verregneter Sonntag Vormittag auf dem Dorf == komische Stimmung. Nur als der Gottesdienst zu Ende war, war kurzzeitig Leben auf den Straßen…
[...] Dieses Mal sogar mit geladenen Akkus und Speicherkarte. Es klappt ja doch noch. Noch dazu in wunderbarer Begleitung, so macht fotografieren wieder richtig Spass! Vor allem, wenn durchaus brauchbare Ergebnisse dabei rauskommen. Und das an einem Sonntag – normalerweise ja prädestiniert für meine “Lonely Sundays“. [...]